- Geschäftsjahr SFV 2020

Geschäftsbericht neu digital 
Wir stellen den Geschäftsbericht des SFV digital zur Verfügung. Die Umstellung auf die zur Verfügungsstellung einer digitalen Ausgabe und der Verzicht auf die gedruckte Form ist vielen Gründen geschuldet: Zum Ersten folgen wir dabei dem Beispiel vieler Unternehmen, die schon rein aus finanziellen Gründen auf die gedruckte Form eines Geschäftsberichtes verzichten, zum Zweiten stellen wir fest, dass das Interesse an unserem gedruckten Geschäftsbericht ausserhalb eines engeren Kreises, wie den Präsidenten der kantonalen Verbände, recht eingeschränkt ist. Natürlich bieten wir - wie bei solchen Situationen immer - allen Interessierten die Möglichkeit, den Bericht bei uns in gedruckter Form abzurufen. Wir erstellen dann eine Kopie des Dokumentes im Internet und stellen das Papier per Post zu.

Geschäftsbericht 2020​​​​

Zentralpräsident Laurent Wehrli zum Geschäftsjahr 2020

Wie Sie wissen, hat die Corona-Krise 2020 alles durcheinandergewirbelt: Planungen, Vorbereitungen, Aktionen – alles musste neu überdacht werden. Was für ein seltsames Jahr! Dank Ihnen allen, liebe Feuerwehrkameradinnen und -kameraden, ist es uns aber erfreulicherweise gelungen, den Grundauftrag der Feuerwehr auch während dieser langen Krisenzeit in der ganzen Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein zu erfüllen. Wir haben wieder einmal bewiesen, dass wir als Feuerwehr mit Krisen umzugehen wissen und in diesen unruhigen und schwierigen Zeiten die richtigen Lösungen suchen und finden können.

Hierfür gebührt Ihnen mein aufrichtiger Dank. Im gleichen Zuge möchte ich auch all denjenigen, die selbst oder deren Familien unmittelbar von Corona betroffen waren, mein tiefes Mitgefühl und das des Zentralvorstands aussprechen.

Folgen von COVID-19
Dieses Jahr mit all seinen Besonderheiten hat, das möchte ich nicht verhehlen, Folgen für den SFV. Wir konnten nicht alle für das 150-Jahr-Jubiläum geplanten Veranstaltungen durchführen. Während die offizielle Präsentation der Gedenkmünze und die Übergabe der Sonderbriefmarke am 1. März in Aarau, dem Ort der ersten Versammlung des SFV im Jahr 1870, noch stattfinden konnten, mussten andere Veranstaltungen wie der Festumzug in Zürich, das Fachseminar zu Naturkatastrophen in Wangen an der Aare ebenso wie die Delegiertenversammlung im Bundeshaus abgesagt werden. Letztere beiden Termine sollen jedoch 2021 nachgeholt werden.

Leider haben einige dieser Absagen finanzielle Auswirkungen für den SFV, da wir Stornierungsgebühren zahlen mussten, ohne entsprechende Einnahmen aus den abgesagten Veranstaltungen generieren zu können. Das Gleiche gilt für die coronabedingte Absage eines Grossteils unserer Kurse und Schulungen. Angesichts der umsichtigen Verwaltung der letzten Jahre und verschiedener Rücklagen, die wir unter anderem für unser Jubiläumjahr gebildet hatten, können wir aber jetzt schon sagen, dass der SFV in keiner Weise in Gefahr ist.

Das Team der Geschäftsstelle
Im letzten Jahr hat es auch im Team der Geschäftsstelle in Gümligen eine Reihe von Umbrüchen gegeben: Eine ehemalige Mitarbeiterin, die mehrere Jahre für den SFV gearbeitet hatte, ist verstorben, andere Mitarbeitende fielen aufgrund von Langzeiterkrankungen aus, wiederum andere haben das Team aus den unterschiedlichsten Gründen verlassen (Aufnahme einer neuen Tätigkeit im Feuerwehrwesen aufgrund der grösseren Nähe zum Wohnort oder des beruflichen Aufstiegs, Rückkehr in den alten Beruf etc.). Durch die Einstellung neuer Mitarbeiter konnte die hervorragende Arbeit aber aufrechterhalten und die Zahl der französischsprechenden Personen in der Gümliger Geschäftsstelle sogar aufgestockt werden.

Analysen des Zentralvorstands
Vor dem Hintergrund all dieser Veränderungen sah sich der Zentralvorstand natürlich dazu veranlasst, die bestehende Situation zu analysieren und das weitere Vorgehen zu planen. Gerade in Zeiten grosser Umbrüche, so seine Überzeugung, müssen Verbesserungsmöglichkeiten erörtert und herausgearbeitet werden. Erste Massnahmen wurden bereits umgesetzt. Der Bereich Aus- und Weiterbildung soll in den kommenden Monaten umstrukturiert werden, zumal Josef-Heinrich Amacker seinen Abschied zum 31. März 2021 angekündigt hat. An neuen Ideen und Konzepten wird also bereits gefeilt.

Im Anschluss an seine Strategiesitzung 2020 hat der Zentralvorstand die Hauptaufgaben des SFV bekräftigt:

  • Vertretung der Angehörigen der Feuerwehr und Würdigung ihres Engagements in allen relevanten Bereichen und politischen Entscheidungen;
  • Angebot qualitativ hochwertiger Schulungen und Kurse zwecks Optimierung der Arbeit der AdF;
  • Ansprechpartner sein in materiellen, verwaltungstechnischen oder organisatorischen Fragen.

In diesem Sinne engagiert sich der SFV auch weiterhin für alle Angehörigen der Feuerwehr in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein.

Dynamische Partnerschaften
Wie bereits in den vergangenen Jahren und ganz besonders in dieser Zeit der Krise möchte der SFV als dynamischer Partner auftreten, denn «gemeinsam sind wir stärker und können wir die Interessen der AdF besser vertreten». Die innere Stärke des SFV gründet auf der aktiven und stabilen Beziehung zwischen den Angehörigen der Berufs- und Milizfeuerwehren ebenso wie zwischen den Ortsfeuerwehren und Kantonalverbänden. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass Informations- und Aufklärungsgespräche mit Vertretern aus drei Stäben und Behörden stattgefunden haben, bei denen Zweifel am Sinn ihrer SFV-Mitgliedschaft aufgekommen waren. In diesem Dialog konnte der Verbleib dieser Kameraden im SFV erreicht werden. Das Dokument über den «Wert des Mitgliedsbeitrags» oder um einen betriebswirtschaftlichen Begriff zu verwenden: «der Return on Investment» konnte überzeugen.

Die Beziehungen zur Feuerwehrkoordination Schweiz (FKS) sind sehr wichtig. Der SFV wird sein Engagement für eine enge Zusammenarbeit unter Wahrung der Strukturen und jeweiligen Aufträge fortsetzen. Aufgabe des SFV ist es, die Frauen und Männer zu vertreten, die sich mehrheitlich als Angehörige der Milizfeuerwehr das ganze Jahr über rund um die Uhr für die Sicherheit ihrer Mitbürgerinnen und Mitbürger einsetzen, und sie in ihren Aufgaben und Verantwortungsbereichen zu unterstützen. Ungeachtet einiger Missverständnisse hat diese Zusammenarbeit auch 2020 bestens funktioniert, auch mit Blick auf die Koordinierung der Corona-Massnahmen in den Feuerwehren und ihren Organisationen.

Der SFV wird auch seine engen Beziehungen mit den anderen Partnern des Bevölkerungsschutzes – Polizei, Sanität, Zivilschutz, technische Dienste, Armee – aufrechterhalten und vertiefen. Sei es mit Blick auf die Definition der Zusammenarbeit im Einsatz oder die Auswahl bestimmter Geräte beziehungsweise Verfahren, der Dialog ist unabdingbar. Als Beispiel hierfür sei die Sitzung mit Parlamentariern im September 2020, zusammen mit dem Verband Schweizerischer Polizeibeamten (VSPB) zum Thema Via Sicura und Einsatzfahrten erwähnt.

Auch auf internationaler Ebene unterhalten wir zahlreiche Beziehungen und Partnerschaften. Hier ist der SFV ebenfalls sehr aktiv und möchte seine Beziehungen noch weiter ausbauen, sei es mit den Feuerwehrverbänden der Nachbarländer, mit denen wir eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit aufbauen möchten oder mit den Organisationen auf europäischer Ebene, mit denen wir den Erfahrungsaustausch stärken und gemeinsame europäische Normen definieren wollen. Unser Engagement beim CTIF ist neben anderen direkten Kontakten ein wichtiger Beitrag, um diese Ziele zu erreichen. Coronabedingt waren 2020 zweifellos viele Begegnungsmöglichkeiten stark eingeschränkt. Dennoch gab es dank der neuen digitalen Techniken regelmässige Kontakte, etwa in Form von Online-Meetings.

Schluss
In dieser Überzeugung und im festen Willen zum Engagement hat der SFV auch in diesem Jahr die Interessen der Feuerwehrleute in der ganzen Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein vertreten und damit seinen Nutzen und die Bedeutung seiner Rolle klar aufzeigen können; diese wurde im Übrigen bei diversen Gelegenheiten hervorgehoben.

Die Tatsache, dass 2020 innerhalb des SFV so viel umgesetzt werden konnte, ist das Ergebnis des erklärten Willens und der klaren Strategie der Instanzen unseres Verbands sowie der harten Arbeit zahlreicher Personen. Ihnen sei an dieser Stelle herzlich gedankt, insbesondere denen, die sich in unseren diversen Verbandsstrukturen engagieren – allem voran im Zentralvorstand, in der Präsidentenkonferenz, in den Versammlungen, in der Geschäftsprüfungskommission, in der Kommission Versicherung AdF, in anderen Kommissionen und Arbeitsgruppen, in den kantonalen Verbänden, in der Vereinigung Schweizerischer Berufsfeuerwehren etc. – ebenso wie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der SFV-Direktion, besonders dem Direktor Urs Bächtold und dem neu ernannten stellvertretenden Direktor Thomas Widmer an der Spitze. Wir denken insbesondere an unsere erkrankten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und wünschen ihnen eine schnelle und vollständige Genesung.

Dank gebührt selbstverständlich auch in diesem Jahr wieder all denjenigen, die sich im Dienste am Nächsten engagieren, ebenso ihren Familien, die sie in diesem Engagement für unsere Länder, ihre Einwohner, die Unternehmen und Behörden unterstützen. Anders als viele glauben mögen, ist dieser Einsatz keine Selbstverständlichkeit. Er ist mit Opfern verbunden. Umso mehr gilt es, diesen Einsatz einmal mehr zu würdigen.

Laurent Wehrli
Zentralpräsident Schweizerischer Feuerwehrverband

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